Meine Druckerei Erfahrung

Wenn ich früher an Druckerein dachte, kamen mir primär Worte wie Großauflagen, komplizierter Druck- bzw. Bestellvorgang und dergleichen in den Sinn. Heutzutage hat doch schon ein jeder Haushalt einen Drucker „rumstehen“ wo man einfach und schnell seine Visitenkarten, sein Briefpapier oder seine Flyer (Flugblätter) selber drucken kann.

Zugegeben, das war etwas naiv. Jedoch Gespräche in meinem Umfeld zeigten, dass ich mit diesem Glauben nicht allein war. Es scheint so, als ob viele Menschen einerseits eine Hemmschwelle haben eine Druckerei zu kontaktieren und andererseits der Ansicht sind, dass sie zuhause einfacher oder gar günstiger drucken könnten.

Irgendwann um das Jahr 2000 benötigte ich für meine Firma Reklamezettel um mein neues Geschäft – im regionalem Umfeld – bekannter zu machen. Wie selbstverständlich druckte ich diese selber im Büro. Auf die Idee diese Folder drucken zu lassen kam ich absolut nicht. Wahrscheinlich dachte ich, dass es zu teuer oder bei dieser Kleinauflage (es waren ca. 1000 Stück) zu kompliziert wird.
Hätte ich damals jedoch den Preis für die Tinte des Tintenstrahldruckers, den Zeit- bzw. Arbeitsaufwand des Schneidens und auch das Papier berechnet und in Folge eine Druckerei kontaktiert hätte, wäre ich eines Besseren belehrt worden. Und – auf die Qualitätsunterschiede gehe ich mal besser nicht ein…

Meine Vorurteile änderten sich erst 2014 – als ich für eine Wiener Druckerei zu arbeiten begonnen hatte. Zugegeben die Vielzahl der möglichen Drucksachen und die unterschiedlichen Bezeichnungen war anfangs etwas verwirrend.
Zum Beispiel werden Flugzettel, die nur aus einer Seite bestehen, als Flyer bezeichnet. Werden diese gefaltet (maschinelle Produktion = gefalzt) werden sie Folder genannt. Tja – und je nach Falz Art heißen die dann auch noch unterschiedlich. Altarfalz, Wickelfalz, Zickzackfalz, Kreuzfalz und Mehrfachfalz wäre noch einfach zu unterscheiden (und zu merken). Wären da nicht die Tatsache, dass diese ebenso alternative Bezeichnungen haben. So heißt der Altarfalz auch Fensterfalz, manchmal aber auch Tabernakelfalz. Der Zickzackfalz ist der Leporellofalz und der Wickelfalz heißt auch Brieffalz. Mehr brauchte ich (anfangs) nicht.

Gut, als Kunde einer Druckerei muss man obiges nicht zwingend wissen. Schaden kann es jedoch nicht.  Eher im Gegenteil, denn dann kann man bei der Erstellung bzw. Kreation seiner Drucksachen (genauer: seiner Druckdaten) vielfältiger und kreativer sein kann.

Dass ich absolut branchenfremd war, würde ich jedoch nicht als Nachteil betrachten. Ein Vorteil war zum Beispiel, dass ich mich nicht in Kunden mit wenig oder gar keinem Fachwissen hineinversetzten musste. Ich selber war das beste Beispiel dafür. Aus diesem Grund konnte ich den Druckshop meines Dienstgebers recht kunden- bzw. „anfängerfreundlich“ gestalten. Fehlendes Fachwissen holte ich nach indem ich für die Druckerei Blogartikel schrieb. Das bildete und half auch unseren Kunden die nicht vom Fach waren.

Aus diesen Gründen würde ich auch jeder Druckerei (die online wirken möchte) empfehlen unbedingt branchenfremde Mitarbeiter für Ihren Online Druck Shop einzustellen.

Mein erster Flyer für die Druckerei

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